Männer mit Viagra und ohne Frauen

Posted July 11th @ 7:22 am by Johan

PärchenDie Schlagzeile, das „Viagra“ Männer auch ohne Frauen glücklich mache, beinhaltet zwei Themen gleichzeitig. Nämlich zum einen die nie endende Männer-Frauen-Thematik und zum anderen die Ergebnisse einer amerikanischen Studie. Diese hatte Ergebnisse zu Nebenwirkungen eines der weltweit bekanntesten Medikamente auf dem Markt veröffentlicht – Viagra.

Die Forscher der Universität Wisconsin-Madison hatten in Tierversuchen nachgewiesen, dass Viagra den Oxytocin-Spiegel der untersuchten Ratten erhöht.
Das Hormon Oxytocin wird auch als „Treuehormon“ oder „Bindungshormon“ bezeichnet. Beim Austausch von Zärtlichkeiten – nicht nur beim Sex – wird es vom Körper selbst ausgeschüttet. Es spielt beispielsweise beim Beziehungsaufbau zwischen Eltern und Kind oder zwischen Paaren eine große Rolle.

Kritiker der Studie weisen darauf hin, dass der Anstieg des Oxytocinspiegels der Versuchstiere nicht auf eine Nebenwirkung von Viagra, sondern auf den erhöhten „Kuschelfaktor“ zurückzuführen ist, der wiederum als Nebenwirkung der gesteigerten sexuellen Aktivität der Tiere bezeichnet werden könnte. Diese Theorie liefert dem aufmerksamen Leser deutliche Hinweise darauf, dass ein weiteres mal eine sehr eindimensionale Forschung am medienwirksamen Medikament Viagra durchgeführt wurde.

Viagra ist letztlich eine Behandlungsmöglichkeit für organisch bedingte Erektionsstörungen und lässt alle psychischen Auslöser und Paarproblematiken – die im übrigen sehr viel häufiger zu Erektionsstörungen führen – außer Acht. Von daher sind Zusammenhänge zwischen der Einnahme von Viagra, dem Oxytocinspiegel des Behandelten und seinem Glücksempfinden in seiner Beziehung zu Frauen als provokante Schlagzeilen zu betrachten.

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